Was ist das MuseumsQuartier?
Das heutige MuseumsQuartier hat eine lange Geschichte hinter sich. Im 18. Jahrhundert noch die Hofstallungen der römisch-deutschen Kaiser, vor und nach dem zweiten Weltkrieg als „Messepalast“ Ausstellungsgelände
der Wiener Messe, wandelte sich der Gebäudekomplex mit der Zeit immer mehr zu einem Kulturstandpunkt.
Seit 2001 trägt das MuseumsQuartier seinen jetzigen Namen.
Am Rande der Innenstadt, in den ehemaligen kaiserlichen Hofstallungen, vereint das MuseumsQuartier auf einer Fläche von 90.000 m² Einrichtungen verschiedenster Kunstsparten, Restaurants, Cafés und Shops in einer postmodernistischen Kombination von barocken Gebäuden mit moderner Architektur.
Geprägt von Vielfalt und Weltoffenheit hat das MQ eine große internationale Strahlkraft.
Wiens aufsehenerregendes Kunstareal nahe der Hofburg lockt nicht nur mit prominenten Museen. Eine lebendige Lokal-Szene macht den Museumsbezirk noch attraktiver. Das MuseumsQuartier (MQ) ist nicht nur eines der größten Kulturareale der Welt mit großartigen Museen, es ist auch so etwas wie das Wohnzimmer
der Wiener/innen. Man trifft sich hier zum Essen oder auf einen Drink. Und sobald es das Wetter zulässt,
einfach nur zum Abhängen auf den beliebten MQ-Möbeln im Innenhof. Das MuseumsQuartier befindet sich,
von der Ringstraße aus gesehen, jenseits des Maria-Theresien-Platzes mit Kunsthistorischem Museum und Naturhistorischem Museum und an der Mariahilfer Straße.
Was war das Wiener Glacis?
Das Wiener Glacis war eine von 1529 bis 1858 existierende Freifläche zwischen den Wiener Stadtmauern und den Vorstädten. Es diente ursprünglich den Verteidigern von Wien als freies Schussfeld gegenüber Angreifern von außen, wurde aber später zunehmend von der Wiener Bevölkerung genutzt.
Witwe Bolte
Das Gasthaus „Zum sechsbeinigen Löwen“, heute „Witwe Bolte“, ist in einem wunderhübschen Barockhaus etabliert. In früheren Zeiten war der Spittelberg das „Rote Laternen Viertel“ Wiens. In den Fenstern der Häuser boten die „Hübschlerinnen“ ihre Dienste an und stellten ihre sichtbaren Vorzüge zur Schau. Maria Theresia, die Mutter Josef II, war eine sehr sittenstrenge und streng katholische Kaiserin. Sie versuchte durch die Installation einer Keuschheitskommission die Prostitution zu unterbinden. Es war ihr nur geringer Erfolg beschieden. Auch im Hinblick auf die erotischen Neigungen ihres Sohnes. Obwohl Kaiser Josef II die Prostitution offiziell bekämpfte, soll der aufgeklärte Kaiser das Viertel gerne inkognito besucht haben. Der spätere Kaiser Josef II soll verkleidet und unerkannt aus dem Lokal gewiesen worden sein, weil er sich eben unangemessen verhalten hatte.
Davon zeugt eine Tafel am Haus Gutenberggasse 13 „Witwe Bolte“ die an den Vorfall erinnert. Die Inschrift stammt vom Besuch des Kaisers und besagt: „Durch dieses Tor im Bogen ist Kaiser Josef II. geflogen 1778“
Der Spittelberg - Romantik und Biedermeier am "Berg"
Der Spittelberg war bis 1850 eine eigenständige Gemeinde, ist heute ein Stadtteil Wiens im 7. Wiener Gemeindebezirk Neubau und eines der „interessantesten Grätzel“ von Wien. Seine Geschichte reicht einige Jahrhunderte zurück.
Einst das verruchteste Viertel Wiens außerhalb der Stadttore, ist es heute ein liebevoll revitalisiertes Biedermeierareal mit zahlreichen Restaurants, Cafés und Bars mit idyllischen Gastgärten, versteckt in romantischen Hinterhöfen
Auf einer Höhe von etwa 242 Metern gelegen, ist dieses Gebiet bekannt für seine wunderschön erhaltene Biedermeier-Architektur, engen Kopfsteinpflastergassen und eine ausgeprägte dörfliche Atmosphäre inmittender geschäftigen Stadt.
Das Gebiet des Spittelbergs wurde im Jahre 1525 vom Bürgerspital erworben, woraus sich der ursprüngliche Name „Spitalberg“ ableitete. 1568 entstanden die ersten acht Häuser. Das Gebiet rund um den Spittelberg war ursprünglich Weideland, welches von verschiedenen Höfen bewirtschaftet wurde. Sigmund Freiherr von Kirchberg konnte 1675 die Gründe gewinnbringend an Zuwanderer, den „Neusiedlern“, verpachten. Die Bewohner waren mehrheitlich Kroaten, die in den umliegenden landwirtschaftlichen Betrieben schwer arbeiten mussten.1692 kaufte das Bürgerspital den Erben Kirchbergs die Gründe wieder ab. Auf dem kleinen Raum entstanden 120 Häuser
Auf Grund der vielen Burgenlandkroaten, die sich hier ansiedelten, scheint daher ab 1683 auf Plänen und in Chroniken zur „Zweiten Wiener Türkenbelagerung“ namentlich ein „Kroatendorf“ auf. Dieses wurde bei der Türkenbelagerung zerstört. Im Volksmund hielt sich der Name „Crobotendörfl“.
Leider war diese hochgelegene Ebene des Spittelberges auch als Aufmarschgebiet zur Beschießung der Stadt gut geeignet. Dies nutzten auch die Türken und die vielen Feldherren danach. Immer wieder wurden die Häuser durch Kriege zerstört und alles niedergebrannt. Auch starben viele Bewohner. Neue Bevölkerungsgruppen siedelten nach. Diese waren am Spittelberg vor allem Künstler, Bildhauer, Maler, Musiker, Handwerker, kleine Werkstätten entstanden, Bier- und Weinausschank gab es bald in jedem Haus. Die Musiker mit Ihren Spottliedern und tanzende „Bierausschankmäntscher“ belebten den Spittelberg. Sie alle liebten die neue Freiheit, abseits der Stadt und ihrer Geheimpolizei. Es war eine lustige Gesellschaft, deren schlechter Ruf durch übertreibende Journalschreiber bald über die Grenzen hinausging. Schon bald kamen auch Adelige, Bürgerleute und Hofbeamte um sich zu Vergnügen. Den Mädchen und Wirtsleuten war es eine Freude.
Ende des 19.Jahrhunderts ging es bergab mit dem Spittelberg. Es entwickelte sich ein neue Art des Dirnenwesens, die bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieges anhielt. Danach verschwand das Gewerbe ganz und der Spittelberg versank im Schlaf.
In den 1970er Jahren entstand schlussendlich die Idee, den Spittelberg bis zur Kirchengasse reichend, zu errichten. Alle waren damit einverstanden, sogar Bezirksvertretung und Rathaus waren sich einig. Erstmals werden auch Bürger aktiv. Eine vorerst kleine Gruppe von Architekten, Denkmalpfleger und weitsichtige Leute erkannte, dass hier ein großes Kulturgut vernichtet werden sollte. Es entstand die erste Bürgerinitiative der Stadt „Rettet den Spittelberg „. Die Gemeinde Wien beschließt die Sanierung und kauft einige Häuser mit der Absicht diese zu renovieren. 1973 wurde das Gebiet zur Schutzzone erklärt. So ist es schlussendlich doch gelungen dieses liebenswerte „Dorf“ in der Stadt zu erhalten
Der Spittelberg gehört zur „Welterbestätte Historisches Zentrum von Wien“.
Im Winter sorgt der Weihnachtsmarkt am Spittelberg für wohlige Atmosphäre bei Glühwein und Punsch.